1. Was ist REDcert?

REDcert ist ein von der Europäischen Union und der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) anerkanntes Zertifizierungssystem für in Deutschland und Europa erzeugte Biomasse. Mit einem REDcert-Zertifikat weisen Betriebe nach, dass ihre Biomethan-Produktion oder dessen Einsatz als Kraftstoff oder Strom nachhaltig gemäß EU-Vorgaben erfolgt. In Deutschland sind diese Vorgaben in der Biokraftstoff- und der Biomassestrom-Nachhaltigkeitsverordnung (Biokraft-NachV und BioSt-NachV) gesetzlich festgelegt.

2. Ist eine REDcert-Zertifizierung notwendig?

Schon heute ist eine Nachhaltigkeitszertifizierung Voraussetzung für den Einsatz von Biomethan als Kraftstoff. Für die Bereiche Wärme und Strom wird ein entsprechender Nachweis spätestens mit Inkrafttreten der Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED II) der EU erforderlich. Nicht zertifiziertes Biomethan unterliegt laut Bundesemissionshandelsgesetz (BEHG) ab dem 01.01.2021 außerdem einer CO₂-Abgabe. Wir empfehlen daher, sich frühzeitig mit einer möglichen Zertifizierung zu befassen und die notwendigen Schritte einzuleiten. Dabei unterstützen wir Sie gerne.

3. Welche Chancen bietet eine Zertifizierung?

Besonders in wirtschaftlich attraktiven Bereichen wie dem Kraftstoff- sowie dem Strom- und Wärmemarkt verzeichnen wir eine zunehmende Nachfrage nach zertifiziertem Biomethan. Diese Entwicklung wird sich weiter fortsetzen. Grund dafür ist die aktuelle sowie bereits durch die EU auf den Weg gebrachte Rechtslage, die für verschiedene Einsatzbereiche Zertifizierungspflichten oder Abgaben für nicht zertifiziertes Biomethan vorsieht.

Mit einer Zertifizierung stellen Sie als Anlagenbetreiber schon jetzt die Weichen für eine künftig bessere Marktposition, insbesondere in höherwertigen Märkten wie dem Kraftstoff-Markt. Gleichzeitig profitieren Sie von den Erfahrungen aus dem Zertifizierungsprozess und bauen durch die umfangreiche Analyse, Vorbereitung und ggf. Optimierung wertvolles Know-how in diesem Bereich auf.

4. Wo kann man sich zertifizieren lassen?

Eine Zertifizierung nach REDcert erfolgt durch eine unabhängige Zertifizierungsstelle. Als Ihr Partner für Biomethan unterstützen wir Sie jedoch gerne bei Ihrem Zertifizierungsprozess. Wenn Sie unsicher sind, ob sich dieser Schritt für Sie lohnt oder bei weiteren Fragen melden Sie sich jederzeit bei Ihrem persönlichen bmp-Ansprechpartner!

5. Welche Kriterien müssen erfüllt sein?

An den Betrieb werden verschiedene Anforderungen in Sachen Nachhaltigkeit gestellt. Im Zuge der Zertifizierung wird die Treibhausgas-Emission entlang der gesamten Wertschöpfungskette ermittelt. Diese bestimmt die Wertigkeit des Gases und ist daher entscheidend für die spätere Vermarktung. Eine zentrale Rolle für den resultierenden THG-Wert spielen dabei der nachhaltige Anbau und die Verwendung des jeweiligen Einsatzstoffes (Biomassearten). Für den Kraftstoffbereich sind die konkreten Anforderungen in der BiokraftNachV festgelegt.

6. Wie läuft die Zertifizierung ab?

Für eine Zertifizierung nach REDcert ist zunächst eine Registrierung bei REDcert sowie die Kontaktaufnahme mit einer geeigneten Zertifizierungsstelle erforderlich. Die Erstzertifizierung setzt sich dann aus Analyse der verwendeten bzw. geplanten Einsatzstoffe, Vertragsabschluss, Datenzusammenstellung, Zertifizierungsaudit und ggf. Optimierungsmaßnahmen sowie Folgekontrollen zusammen. Insgesamt dauert dieser Prozess je nach Umfang etwa 3 bis 4 Monate. Die meiste Zeit entfällt dabei auf die Vorbereitung des Audits. Durch eine sorgfältige Planung lässt sich diese Vorlaufzeit meist reduzieren. Dabei unterstützen wir Sie gerne. Das Audit auf Ihrer Anlage selbst dauert in der Regel nur 1–3 Tage.

Wichtig: Um die Zertifizierung bis zur Einführung der CO₂-Abgabe in Deutschland am 01.01.2021 abschließen zu können, sollten Anlagenbetreiber genügend Zeit für die umfangreiche Dokumentenbeschaffung und eventuelle Optimierungsmaßnahmen einplanen. Zusätzlich können die begrenzte Anzahl an Auditoren und eine steigende Nachfrage zu Verzögerungen führen. Wir empfehlen daher, so früh wie möglich mit einer Zertifizierung zu beginnen.

7. Mit welchem Aufwand ist die Zertifizierung verbunden?

In dem 3- bis 4-monatigen Prozess entfällt die meiste Zeit auf die Vorbereitung der Erstzertifizierung. Neben der Beschaffung wichtiger Dokumente wie dem erforderlichen Handbuch, der THG-Berechnung und Selbsterklärungen der Landwirte zur Nachhaltigkeit der gelieferten Biomasse müssen außerdem Schulungen besucht, ein Chargenmanagement eingeführt und Verträge bereitgestellt werden. Wir beraten und unterstützen Sie gerne, um Ihnen die Arbeit zu erleichtern. Sobald die Erstzertifzierung erfolgreich abgeschlossen ist, werden jährlich stichprobenartige Kontrollen durchgeführt.

Übrigens: Als bmp greengas nehmen wir auch Ihr zertifiziertes Biomethan ab und kümmern uns um die Vermarktung!

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