Biomethan – schont die Ressourcen

Abfallprodukte aus der Landwirtschaft, wie zum Beispiel Pflanzenreste oder organische Stoffe, sind übers ganze Jahr verfügbar. In Biogasanlagen werden Sie direkt vor Ort verwertet, dann in einer Aufbereitungsanlage zu Biomethan aufbereitet und ins Erdgasnetz eingespeist. Dadurch entfallen lange Transportwege. Durch dieses unkomplizierte Verfahren profitieren alle Seiten: Der Anlagenbetreiber, der das Biomethan gewinnbringend verkaufen kann, der Abnehmer, der mit Biomethan in seinem Energie-Portfolio auf ein verlässliches Produkt setzt und nicht zuletzt der Konsument, der einen ressourcenschonenden und vergleichsweise preiswerten Energieträger nutzt.

Biomethan ist flexibel

Als Alleskönner unter den regenerativen Energien bietet Biomethan ein Höchstmaß an Flexibilität für seine Abnehmer. Ob für Strom- oder Wärmeerzeugung, als Bio-Kraftstoff oder für die stoffliche Nutzung in der chemischen Industrie – die Bandbreite der Nutzungsmöglichkeiten von Biomethan ist groß.

Biomethan macht unabhängig

In Deutschland gibt es circa 9.000 Biogasanlagen. Und der Markt wächst weiter. Eine begrüßenswerte Entwicklung. Denn: Je mehr „heimische Energie” produziert wird und je besser der Energie-Standort Deutschland gestärkt wird, desto mehr sinkt die Abhängigkeit von Importen. Circa 97 % des bundesweiten Erdölbedarfs und mehr als 85 % des Erdgases werden aktuell aus dem Ausland – z.B. Russland, Norwegen oder Nigeria – in die Bundesrepublik eingeführt. Das birgt Risiken. Politische Machtverhältnisse oder Beziehungen mit ausländischen Partnern ändern sich schneller denn je. Umso wichtiger ist es, dass sich regenerative Energien, die hierzulande gefördert werden, weiter etablieren. Und die Chancen dafür stehen gut. Noch nie haben Verbraucher so viel Wert auf Nachhaltigkeit und Klimaschutz gelegt, wie heute. Deutschland profitiert zudem von einem ausgezeichneten Erdgasnetz. Die Voraussetzungen für mehr Energie aus Bioerdgas stimmen also. Somit hat Biomethan als Energie der Zukunft beste Perspektiven.

Biomethan ist wettbewerbsfähig

Bei der Betrachtung der Gesamtkosten im Vergleich zu alternativen erneuerbaren Energie-Wärmequellen hat sich Biomethan als äußerst wettbewerbsfähig erwiesen. Das Energieangebot aus Wasserkraft, Windenergie und Solarenergie unterliegt natürlichen Schwankungen. Diese können sich sowohl kurzfristig als auch saisonal auf den Ertrag auswirken. Da Biomethan, das aus Biogas gewonnen wird, konstant verfügbar ist, entstehen somit keinerlei Abhängigkeiten von äußeren Faktoren. Biomethan punktet in vielerlei Hinsicht, besonders im Vergleich zu anderen regenerativen Energien. Biomethan ist variabel einsetzbar und kann als Wärme-, Energie- oder Kraftstoff verwendet werden. Durch den weitgehend geschlossenen CO2-Kreislauf weist Biomethan zudem eine sehr gute CO2-Bilanz auf. Die Speichermöglichkeit von großen Mengen leistet weiterhin einen positiven Beitrag zur bedarfsgerechten Energieerzeugung.

Biomethan für mehr Sicherheit und bessere Planbarkeit von Erlösen

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gewährt Betreibern von Blockheizkraftwerken (BHKW), die Gas aus dem Erdgasnetz entnehmen, eine Förderung für jede erzeugte kWh Strom in einem Zeitraum von 20 Jahren ab Inbetriebnahme. Einzige Voraussetzung: Der Betreiber muss nachweisen, dass pro Jahr jeweils mindestens so viel Biomethan in das Erdgasnetz eingespeist, wie zur Stromerzeugung ausgespeist worden ist. Weitere wichtiger Punkt zur Fördergeldsicherung: Dass der gesamte Transportprozess des Biomethans, in einem Massenbilanzsystem lückenlos dokumentiert wurde.

Biomethan unterstützt die regionale Wertschöpfung

Die Biomethanaufbereitung stärkt regionale Anbieter, insbesondere Landwirte, da sie direkt an der Vermarktung beteiligt sind. Auch andere Berufszweige profitieren von der regionalen Förderung von Bio-Energie: Für den Bau und die Instandhaltung der Biogasanlagen werden zum Beispiel Anlagenbauer, Ingenieure, Handwerker oder Techniker benötigt. Diese wiederum stammen häufig aus dem regionalen Umfeld des Anlagenbetriebs. Auch viele Gemeinden nutzen Biomethan als nachhaltige Energie für Bäder, den öffentlichen Nahverkehr oder die Energieversorgung kommunaler Liegenschaften.

Biomethan ermöglicht eine sichere Versorgung

Biomethan ist speicherbar und benötigt keinerlei Lagerkapazitäten. Durch die Möglichkeit der Einspeisung ins Erdgasnetz kann die Bio-Energie auch unabhängig vom Produktionsstandort genutzt werden. Für die Gewinnung spielt es keine Rolle, ob die Sonne scheint oder der Wind weht – so ist die Bereitstellung, unabhängig von Witterungsbedingungen, jederzeit garantiert. Damit sichert sich Biomethan ein deutliches Alleinstellungsmerkmal unter den erneuerbaren Energieträgern.

Biomethan fördert den Klimaschutz

In Punkto Energiebilanz und Umweltfreundlichkeit, stellt Biomethan andere Energieträger in den Schatten. Als Kraftstoff verwendet, können durch Biomethan bis zu 90 Prozent schädlicher CO2-Emissionen eingespart werden. Moderne Biomethananlagen erzielen Emissionsfaktoren von weniger als 70 g CO2-Äquivalente pro kWh Biomethan. Zum Vergleich: Ein Braunkohle-Kraftwerk setzt 1.153 g CO2-Äquivalente pro kWh frei.

Biomethan hinterlässt einen kleinen CO2-Fußabdruck

Der CO2-Fußabdruck (carbon footprint) erfasst die Menge an CO2-Emissionen, die ein Mensch in einer bestimmten Zeit verursacht. Hinterlässt man einen großen Fußabdruck, ist die eigene CO2-Bilanz als negativ zu bewerten. Bleibt jedoch nur ein kleiner Fußabdruck zurück, werden weniger CO2-Emissionen verursacht und das Klima geschützt. Der Bereich Energieversorgung macht ungefähr die Hälfte eines durchschnittlichen CO2-Fußabdrucks aus. Nutzt man Biomethan als Energieträger, verkleinert sich der Fußabdruck um bis zu 50 Prozent. Dieses positive Ergebnis kann zu Imagezwecken verwendet werden. Denn besonders für Unternehmen wird die klimafreundliche Außendarstellung heute immer wichtiger, da der Kunde beim Kauf eines Produktes vermehrt auf Klimafreundlichkeit achtet.

Biomethan erfüllt Gesetzesanforderungen

(Verbesserung des Primärenergiefaktors (PEF) / Energiesparverordnung (EnEV))
Die Energiesparverordnung (EnEV) soll „dazu beitragen, dass die energiepolitischen Ziele der Bundesregierung, insbesondere ein nahezu klimaneutraler Gebäudebestand bis zum Jahr 2050, erreicht werden“. Um dieses Ziel zu verwirklichen, werden Anforderungen an die energetische Qualität von Gebäudehüllen und an die Anlagentechnik bei Neubauten gestellt. Auch bei der Sanierung von Gebäuden kommt die EnEV zum Tragen. Ermittelt wird sie über den Primärenergiefaktor (PEF), der für die Berechnung des Primärenergiebedarfs eines Gebäudes notwendig ist.

Der Primärenergiebedarf fasst zusammen, wie hoch der Energiebedarf vom Punkt der Energiegewinnung bis hin zum Transport und dem erwarteten Verbrauch ist. Erneuerbare Energien, eine moderne Anlagentechnik und ein hoher Standard bei der Wärmedämmung werden bei der Betrachtung positiv berücksichtigt. Werden also statt fossiler Brennstoffe (z.B. Erdgas oder Erdöl) regenerative Energieträger, wie Biomethan, zur Energie- und Wärmegewinnung verwendet, erhält man “Pluspunkte” auf seinem “Primärenergiebedarfs-Konto”. Beispiel: Erfolgt die Wärmeversorgung eines Hauses mit Heizöl oder Erdgas, ergibt sich ein PEF von 1,1. Stammt die Wärme aus einem Blockheizkraftwerk, das mit Biomethan angetrieben wird, wird dies mit einem PEF von 0,0 belohnt. Seit dem 1. Januar 2009 ist zudem jeder Eigentümer eines Neubaus nach dem Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) dazu verpflichtet, seinen Energie- und Wärmebedarf über einen Anteil an erneuerbaren Energien zu decken. Biomethan als umweltfreundliche Energieform entspricht damit vom Gesetzgeber geforderten Kriterien.