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Presseinformation

bmp greengas, Landwärme & E.ON Bioerdgas fordern frühere Anhebung der THG-Quote und mehr Klimaschutz im Verkehr
München/Essen, 18. März 2021. Landwärme, E.ON Bioerdgas und bmp greengas sprechen sich für mehr Ambition in der Umsetzung der EU-Vorgaben für Erneuerbare im Verkehr (RED II) aus. Die Biomethanhändler fordern eine frühere Erhöhung der Treibhausgasminderungsquote. Außerdem plädieren sie dafür, dass die ungeprüfte Zulassung von Abfallstoffen aus der Palmölproduktion zur Erzeugung von fortschrittlichen Biokraftstoffen abgeschafft wird.

Mit ihren aktuellen Vorschlägen zur Minderung der Treibhausgase im Verkehr vergibt das Bundesumweltministerium Chancen auf schnellen Klimaschutz im Verkehr, kritisiert die Biomethanbranche. Die Geschäftsführer der führenden Biomethanhandelsunternehmen Landwärme – Zoltan Elek –, bmp greengas – Matthias Kerner – und E.ON Bioerdgas – Uwe Bauer –, äußern sich zur Gesetzesvorlage zur Umsetzung der EU-Erneuerbare-Energien-Richtlinie RED II besorgt. „Zwar hat die Regierung den ersten Entwurf nun schon zweimal korrigiert“, sagt Matthias Kerner, Geschäftsführer der bmp greengas. „Aber die Anpassungen reichen noch längst nicht aus, um insbesondere die kurzfristigen Klimaziele zu erreichen. Da muss nachjustiert werden.“

Das Umweltministerium plant einen sehr langsamen Anstieg der Treibhausgasminderungsquote (THG-Quote) bis 2025. Erst 2026 ist ein beschleunigter Anstieg vorgesehen. „Die Erhöhung kommt unnötig spät und steigt zu langsam“, stellt E.ON-Bioerdgas-Geschäftsführer Uwe Bauer fest. „Das sind verpasste Chancen im Klimaschutz. Eine höhere THG-Quote kann und soll möglichst schon in diesem Jahr kommen,“ fordert er. Das Bundesumweltministerium begründet den zögerlichen Anstieg mit einer Sorge um Erfüllung für die quotenverpflichteten Mineralölkonzerne. Dabei ist die unbegründet: „Eine höhere Quote kann mit den vorhandenen Erfüllungsoptionen schon jetzt übererfüllt werden“, erklärt Landwärme-Chef Zoltan Elek. „Mindestens 7 Prozent in 2021 sind marktnah und problemlos möglich. Wir müssen dieses Potenzial dringend nutzen, um so schnell wie möglich die Emissionen auf der Straße zu reduzieren, wenn Deutschland die eigenen Ziele aus dem Klimaschutzgesetz ernst nehmen und erreichen will.“

2022 muss die Quote noch ambitionierter ansteigen. Denn: Dann soll die geplante Dreifachanrechnung der E-Mobilität auf die THG-Quote starten. „Mit der Mehrfachanrechnung soll der Hochlauf der Elektromobilität zusätzlich gefördert werden. Dagegen ist grundsätzlich nichts einzuwenden. Allerdings wird Ladestrom damit einen größeren Raum in der Quote einnehmen. Um genügend Platz auch für andere alternative Kraftstoffe mit einem positiven Klimaeffekt zu schaffen, ist 2022 ein größerer Sprung auf mindestens 10 Prozent notwendig“, schlägt Elek vor.

„Biokraftstoffe sind für baldige Emissionsreduktionen im Verkehr unverzichtbar,“ so Bauer. „Der verbrennungsmotorische Kraftfahrzeugbestand ist weit verbreitet und kann kurz- und mittelfristig effektiv über Biokraftstoffe klimaverträglicher gemacht werden“, erklärt er. „Wenn der Verbrennungsmotor bei den PKW absehbar an Bedeutung verliert, kann der vorhandene Biokraftstoff dann weiterhin im Schwerlastverkehr sowie in der Luft- und Seefahrt eingesetzt werden.“

Außerdem zeigen die Biomethanhändler deutliches Unverständnis, dass das Bundesumweltministerium Abwasser aus der Palmölproduktion (Palm Oil Mill Effluents, POME) als Einsatzstoff für fortschrittliche Kraftstoffe anerkennt. „Nebenprodukte der klima- und umweltschädlichen Palmölerzeugung auf die gleiche Stufe zu heben wie nachhaltigere europäische Einsatzstoffe ist ökologischer und ökonomischer Unsinn“, kritisiert Elek. Schließlich müsse POME aus Südostasien auch erst einmal nach Europa gelangen. Wenn man diese Abfallstoffe nutzen wolle, dann besser direkt in Südostasien zur Strom- und Wärmeerzeugung.

POME stehen aber mit großem Mengenvolumen zur Verfügung und haben das Potenzial, eine Unterquote für fortschrittliche Biokraftstoffe europaweit in Höhe von über 2 Prozent zu erfüllen. „Damit steht ein auf ganzer Linie abzulehnender Stoff in Konkurrenz zu den Substratmengen hierzulande“, ergänzt Kerner. „Palmöl selbst verschwindet bis 2026 gänzlich aus der Biokraftstoffproduktion. Warum nicht auch POME?“

Die drei Geschäftsführer sind sich einig: Jegliche unmittelbare wie mittelbare Förderung der Palmölproduktion steht in krassem Widerspruch zur Klima- und Umweltpolitik sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene und hat in der Unterquote für fortschrittliche Kraftstoffe nichts verloren. Für mehr Klimaschutz im Verkehr bedarf es hingegen einer höheren und damit ambitionierten Quote und damit mehr Raum für fortschrittliche Kraftstoffe.

Über bmp greengas
bmp greengas ist Deutschlands führender Vermarkter für Biomethan und der Experte für grüne Gase. bmp greengas unterstützt Unternehmen bei der Umstellung auf eine nachhaltige Energieversorgung mit Biomethan, grünem Wasserstoff, Bio-SNG und Bio-LNG. Dabei übernehmen die Experten vom Handling des Transports über die Bilanzierung bis zur ausfallsicheren Lieferung von grünen Gasen das volle Leistungsspektrum für ihre Kunden – für einen reibungslosen Einsatz in der Kraft-Wärme-Kopplung, der Mobilität und in der thermischen oder stofflichen Verwertung. Als Tochterunternehmen der Erdgas Südwest GmbH und Teil des EnBW-Konzerns ist die Energie-Kompetenz fest in der DNA verankert.

Über Landwärme
Landwärme ist einer der führenden Biomethanhandelsunternehmen Deutschlands und Europas. Als Händler beliefern wir hunderte Energieversorgungsunternehmen und Stadtwerke mit Biomethan für den Strom-, Wärme- und Verkehrssektor. Wir beraten unsere Kund*innen zudem entlang der gesamten Wertschöpfungskette: zu Biomethanerzeugung, -transport, Vergütungsansprüchen oder Treibhausgasquoten. Zahlreiche Biomethanproduzierende, Energieversorgungsunternehmen sowie Betreibende von Tankstellen und Blockheizkraftwerken vertrauen auf uns.

Über E.ON Bioerdgas
E.ON Bioerdgas GmbH ist seit 2007 als einer der größten Produzenten und Biomethanhändler aktiv. In Deutschland bieten wir unseren Kunden mit einem umfassenden Portfolio kurz-, mittel- und langfristige Biomethan-Produkte in den Segmenten EEG, Wärme-, Fernwärme und Kraftstoffmarkt an. Weiterhin ist E.ON Bioerdgas als Im- und Exporteur von Biomethan tätig und unterstützt seine Kunden mit umfassenden Dienstleistungen in der gesamten Wertschöpfungskette von der Produktion von Biomethan bis zur Energienutzung.